Einkaufen in Krisenzeiten

Jaja, die Krise… Ich hab ja hier und hier auch schon ausgiebig über das Verhalten hierzulande gemotzt geschrieben. Und heute wurde ich wieder gnadenlos dran erinnert.

Frau Chief mußte Vorräte bunkern. Da demnächst das Extrem-Mega-Giga-Zocken ausbricht (Fallout3, GOW2 und COD: World at War - was ich ja total vergesen hatte), muß man das jetzt tun. Damit man im Zweifel nicht verhungert. Zu diesem Behufe also nach der Arbeit zum Pen.ny getigert, und da……… dachte ich, mich trifft der Schlag. Menschenmassen türmen sich an der Kasse. Gut, der Markt hat auch nur zwei Kassen, die waren auch beide auf, und normalerweise reicht das auch, aber heute? Un-glaub-lich! Ich hab mich also mit meinen ca. 10,5 Artikeln in die Schlange eingereiht, die Leute vor mir haben ausnahmslos jeder für mindestens eine ganze Kompanie eingekauft. Nein, was sage ich, GEHORTET. Kurz vor der Kasse fängt der ältere Herr hinter mir entnervt zum Stöhnen an, meine ich so zu ihm: “Was ist eigentlich hier ausgebrochen?” Er daraufhin: “Keine Ahnung. Bevorstehende Hungersnot?” Ein jüngerer Kunde vor uns hat das wohl mitbekommen und klärte uns dann auch netterweise grinsend auf: “Nein, der Al.di um die Ecke hat zu, weil er umbaut…” Da wurde mir so einiges klar. Auch, weshalb die Hälfte der Kunden ihre Kassenzettel nach dem Bezahlen erstmal auswendig zu lernen schienen, bevor sie sich dann entschlossen, den Preis halt doch zu akzeptieren – Leute, auch durch permanentes Nachrechnen wird die Summe nicht kleiner, aber egal -und weshalb die Beträge teilweise Centweise händisch abgezählt wurden. Aufgrundedessen es natürlich Jahre dauerte, bis ich endlich meinen Mist mit EC-Karte, und gut is, bezahlen konnte. Ich stand dann kurz vor der Kasse neben dem Zeitungsständer, in dem ich – natürlich – eine BLÖDzeitung erspähte, mit der fetten Schlagzeile: “DIE KRISE WIRD IMMER SCHLIMMER!” blahblahblah. Klar. Leute. Wir sind in Deutschland. Ihr erinnert euch? Mittlerer Weltuntergang und so? Und die BLÖDzeitung stachelt die Panik erst recht noch an – aber lassen wir das jetzt, das ist ein anderes Thema…

Ich war jedenfalls so genervt von der ganzen Warterei, den Erbsenzählern und der Schlagzeile (und der Krise natürlich auch, die hatte uns immerhin im Urlaub den Dollarkurs kaputtgemacht), daß ich den ganzen verkappten Al.dikunden am liebsten zugerufen hätte: “Herrschaften, bleibt doch gleich daheim, ihr könnt euch sowieso bald nichts mehr leisten! Das steht so in der BLÖDzeitung! Und ist deswegen wahr!!!”

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7 Antworten zu Einkaufen in Krisenzeiten

  1. Trotters schreibt:

    Das mit den Medien + Finanzkrise ist wirklich nervig, okay, mich als Schüler trifft das jetzt gar nicht hart, aber man wird wirklich überflutet mit diesem Thema.

    Und hey! Gut das du dir Vorräte fürs Zocken bunkerst, bei mir läuft das immer so ab, dass ich spiele und während dem mein Hungergefühl aussetzt, bis ich dann eine Pause mache und fast verhungere auf der Suche nach etwas essbaren.^^

  2. chiefjudy schreibt:

    Ja, diese Art Panikmache finde ich fast schon verantwortungslos von den diversen Schundblättern, denn auch wenn es arrogant klingen mag: DAS ist der Schmarrn, den die (dumme(!)) Masse liest. Und dran glaubt. Und dementsprechend reagiert. Das KANN ja gar nichts werden… *Ätzmodus off* …aber wenn’s doch wahr is…

    Das mit dem Suchen nach was Essbarem wenn nichts da ist, ist mir schon so oft passiert – ich hab inzwischen draus gelernt ;) .

  3. Bulgariana schreibt:

    Sehr schön geschrieben :-D Du warst
    mächtig sauer, was? :-)

  4. Dave schreibt:

    Jaja, wer (mit dem gemeinen Volk) Einkaufen geht, der kann was erzählen.
    Ich schaue schon garnicht mehr auf die Horrormeldungen, bzw Wirtschaftsdaten, mein Minus 72 Prozent reicht mir vollauf um zu sehen dass da was nicht stimmt.

    Bei uns ist jetzt der (Haushalts-) Gaspreis um ca. 21 Prozent gestiegen. Trotzdem lasse ich die Fussbodenheizung an damit es wohlige 22,5 Grad im Haus hat. Soll ich permanetes Nasenlaufen und Kaltfüsse haben nur um (egal ..100Euro im Jahr) zu sparen? Nein, da kann ich ja gleich in die Kiste 6feetunder springen, wenn ich mir das “Leben” nicht mehr leisten kann.

  5. chiefjudy schreibt:

    @Bulgariana: Das kannst Du wohl sagen ;) .

    @Dave: Finde ich auch. Noch müssen wir nicht verhungern, und es bringt einfach nichts, dauernd auf miespetrig zu machen. Das hilft gar niemandem und ist ja gerade das, was das Überwinden solcher Krisen hierzulande sehr viel schwerer macht als eben z.B. in den USA mit der eher optimistischen Grundstimmung ;)

  6. Mpstar alias michael schreibt:

    Jaja zu wahr !das dumme is das sparen die lage erst schlimm macht …genau jetzt sollten die leute shoppen was das zeug hält dann gehts dem Staat/Wirtschaft wieder besser.
    PS: bild bringt mich auch immer zum lachen …vor ein paar wochen war eine Bild Aktion SCHLUSS MIT DEM STEUERSTAAT !
    vor dem Zeitungsstand waren auch gleich ein paar Arbeitslose und Trunkenbolde die meinten das die Bild absolut recht hat Sie zahlen alle VIEL ZU VIEL Steuern . Tja das problem an der Sache is nur wenn die deutschen weniger Steuern bezahlen sind die Bildleser die ersten die es merken werden dann gibts nix mehr Arbeitslosengeld und Wohnungsgeld ….sondern nur noch die Strasse ,blöd nur das manche Leute nur schimpfen als mal dankbar zu sein für das was sie bekommen (seis nochsowenig es ist ja ein “geschenk” )und zu versuchen selber was zu verändern ….

  7. chiefjudy schreibt:

    Da kann ich auch nur absolut zustimmen. Ich bekomme ja nicht alle Bildschlagzeilen mit – meist vermeide ich das erfolgreich ;) – aber DIE ist ja auch mal auch echt klasse. :mrgreen:

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