Vorurteile…

…gibt es nicht. Es handelt sich lediglich um Tatsachenfeststellungen, gegen die sich im Einzelfall mangels ausreichender Nachweise unter Umständen noch argumentieren lässt. Mein Eines meiner vielen persönlichen Vorurteile halte ich spätestens seit heute allerdings für derart nachhaltig belegt, dass ich mir schlicht kein valides Gegenargument mehr vorstellen kann: Mindestens 90 Prozent aller Filmkritiker haben schwer einen an der Waffel.

Gut, für diese These gab es bislang schon eine nahezu unwiderlegbare Beweiskette, die sich in zwei simple Worte fassen ließ: Rüdiger Suchsland… ;) Nein, im Ernst, was heute dem Fass den Boden ausschlug, war ein Vorzeigeobjekt für einen VHS-Strickkurs, das  (die neutrale Form ist hier durchaus bewusst gewählt) während jeder aufregenden Actionszene in “Mission: Impossible – Ghost Protocol” anfing, Selbstgespräche zu führen. Glücklicherweise gibt es in diesem Film davon nicht eben viele…

Dieser Beitrag wurde unter life/fun, movies abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten zu Vorurteile…

  1. crooks schreibt:

    ???

    Ich verstehe jetzt nicht was Du sagen willst…

    Was ist mit dem Strickkurs?
    Ich stehe auf dem Schlauch…

    Aber das mit den Vorurteilen kenne ich durchaus.

  2. Mendweg schreibt:

    Tja….sowas passiert einem aber leider in jeder Branche – ich denke dass Dir einfach mit zunehmendem Expertentum/Fachwissen immer stärker die Inkompetenz anderer auffällt. Jetzt gibt es dazu leider noch eine schlechte Nachricht…das wird bestimmt nicht besser.

    Zum konkreten Fall:

    „… das Hauptproblem bleibt natürlich die Tatsache, dass jeder Film, den ich schlecht finde, für jemand anderen ein Meisterwerk ist – und umgekehrt.“
    – Rüdiger Suchsland, 2011

  3. MasterChief schreibt:

    @Crooks: “Strickliesl” war schlicht die passendste Umschreibung für ihr Äußeres.
    @Mendweg: Um die Kompetenz dieser Leute geht es mir gar nicht, auch wenn ich deren Fehlen Jenen unterstellen würde, die kurz vor Filmstart noch fragen, worum es denn überhaupt gehen wird. Nein, das ist eine Beobachtung, die sich ausschließlich auf ihr Gebahren bezieht… “Schräge Vögel” wäre ein Euphemismus… ;-)

  4. Mendweg schreibt:

    Servus MC, naja..wenn jemand den halben Film sich selbst Geschichten erzählt stelle ich schon die Frage wie ernsthaft sich derdiejenige dann noch mit dem Film beschäftigen kann… ;-)
    Herzliche Vorweihnachtsgrüsse
    PS: schon Habemus Papam gesehen? B3 besprach gerade und das hat Appetit gemacht…

    • MasterChief schreibt:

      Nein, diese Streicheleinheit für die katholische Kirche spare ich mir. Der aktuelle Papst ist mir zu sehr zuwider, als dass ich über eine Verniedlichung dieses Betriebs lachen könnte.

      • Mendweg schreibt:

        Och, als bewusster Exkatholik trenne ich da zwischen Unterhaltung und traurigbitterer Realität. Wir spielen doch mit unseren Konsolen auch Sachen, die im wahren Leben schrecklich sind. Zur Verniedlichung oder Verherrlichung wird das nur durch Matschbirnen, die unter Realitätsverlust leiden. Du warst doch auch in MI trotz Scientology Cruise. Und ganz ehrlich – gibt es irgendwas skurileres und lächerlicheres als das purpurne Mäntelchen des Wirtschaftsimperiums mit heiligem Stuhl?
        Ich habe beschlossen den ganzen düsteren Wirtschaftsalbtraum da draussen in die zweite Reihe zu verbannen, fröhlich zu sein und Spaß zu haben. Und am Wochenende gucke ich mir Four Lions an – auch wenn das die vielen bedauernswerten Angehörigen der 911-Opfer sicher nicht lustig finden.

        • MasterChief schreibt:

          Grundsätzlich stimme ich Dir weitgehend zu, aber der Punkt ist eben ein anderer: Ich finde die Prämisse schlicht nicht lustig. Diese “Der Papst ist auch nur ein Mensch”-Nummer ist mir zu zahm, als dass sie mich interessieren könnte. Was Dein Argument mit Tom Cruise betrifft, liegt das (vermeintliche) “Problem” ja auf einer völlig anderen Ebene: “Mission: Impossible” ist kein Film über Scientology. Die Zugehörigkeit eines Kreativen zu einer bestimmten Gruppierung (seien es Katholiken, Muslime, Scientologen oder andere) ist mir im Regelfall erst einmal schnuppe. Zumal ich Tom Cruise nicht nur für einen guten Schaupieler halte – seine Einstellung gegenüber den Fans ist geradezu mustergültig. Tatsächlich freue ich mich sehr auf seinen Auftritt heute Abend, auch wenn man wahrscheinlich wieder ein Stündchen im Saal warten darf, bis er sich vom Roten Teppich losreißen kann… ;-) Und was “Four Lions” angeht: Leider habe ich bislang nur rund 30 Minuten daraus gesehen. Basierend darauf ist mein Eindruck jedoch, dass es sich um einen wirklich hervorragenden Film handelt, der bei aller Schärfe in keiner Weise einen Affront gegen Terroropfer darstellt.

  5. vanilleblau schreibt:

    Um beim Vorurteil zu bleiben: Alleine schon die Berufsbezeichnung “Kritiker” geht mir gegen den Strich. Kritik ist und bleibt im grunde genommen doch immer mit Negativem behaftet und impliziert, dass jemand rum nörgelt. Da sind mir “Gutachter” schon wesentlich lieber. Die haben zwar auch meist einen in der Tonne, aber dafür machen sie das ganz “gut” und geben “acht” bei dem was sie tun. Oder bin ich jetzt im falschen Film? :)

  6. Anna schreibt:

    Hättest du das jetzt auf die bezogen,die für die FSK-Einstufung zuständig sind, dann hätte ich direkt zugestimmt. :cool: Aber so denke ich erst noch mal drüber nach und lasse deine Worte auf mich wirken. :razz:

    • MasterChief schreibt:

      Hm, in Sachen FSK würde ich Dir aus vollstem Herzen widersprechen, ganz egal in welche Richtung Deine Kritik geht – zumal ich einige der Damen/Herren ja ganz gut kenne. Wenn ich raten müsste, würde ich darauf tippen, dass Du auf Linie der FAS liegst?

      • Anna schreibt:

        Musste gerade googeln, wer denn die FAS ist und bin auf diesen Artikel gestoßen, der es mir – und euch- erspart, das mühsam auseinanderzuklamüsern. Aber ja, ich liege offensichtlich auf FAS-Linie. Vor allem die 14er-Zwischenstufe wäre wünschenswert. ;)

        Ich finde, dass die Freigabe bei PC-Spielen etc. oft zu streng und für mich [als Mutter von einem 12jährigen] nicht nachvollziehbar ist. Die Freigabe bei den neueren (!)Filmen hingegen ist unverständlich lasch, während “Frühstück bei Tiffany”, SATC oder einige Bud Spencer Filme die FSK 16 Einstufung haben. “Die Kinder von heute” vertragen nicht mehr – sie werden nur ständig damit konfrontiert, so dass ihnen gar nichts anderes übrig bleibt, als irgendwie damit klarzukommen. Im Alltag angewandt heißt das: FSK 16 Spiele sind für einen 12jährigen nicht grundsätzlich tabu. FSK 12 Filme werden nicht mehr einfach durchgewunken. Aber – um mal wieder auf den Inhalt des Posts zu kommen – ich betrachte Kritiken (oder Freigaben) ohnehin nur als das, was sie sind: Ein Ratschlag und kein Maßstab. :)

        • MasterChief schreibt:

          Volltreffer! Wobei es zu diesem (extrem dämlichen) Artikel auch einen Nachfolger gibt. Bezeichnend übrigens, dass der Artikel ohne Zusammenarbeit mit dem FAZ/FAS-Feuilleton bzw. deren Kulturredaktion entstanden ist. So strotzt er nicht nur vor mangelndem filmischen und juristischen Sachverstand, sondern auch vor erstaunlicher Überheblichkeit.

          Nur ein paar grundsätzliche Dinge: Games werden nicht von der FSK, sondern der USK geprüft. Ähnliches System, andere Behörde, andere Leute. Dass interaktive Inhalte gefühlt “strenger” bewertet werden, liegt eben in der “Interaktivität” begründet.

          Weshalb die Diskrepanz zwischen älteren und neueren Einstufungen – die sich so auch im Games-Bereich feststellen lässt? Nun, ganz einfach: Die Beurteilung von Inhalten spiegelt die jeweilige aktuelle Lebensrealität wieder, der Blick auf die vermeintliche “Härte” von Inhalten wandelt sich. Aus diesem Grund werden Medieninhalte bei einer erneuten Überprüfung regelmäßig vom Index genommen und/oder niedriger eingestuft. Und an dieser Stelle noch einmal der klare Hinweis: FSK-Einstufungen sind (wie jene der USK) keine Empfehlungen, sondern nur eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Eine, deren Grenzen nach meinem Dafürhalten durchaus sinnvoll und mit Augenmaß gezogen sind. Wobei die FSK-Einstufung Eltern selbstverständlich nicht aus der Verantwortung entlässt, sich über das zu informieren, was sie ihren Kindern zumuten.

          Das gilt gerade auch für die FSK 12, für die (als einzige Freigabestufe) das Elternprivileg greift: Sie sind gefordert, zu entscheiden, ob ein Film möglicherweise auch ihrem 6-11-Jährigen zumutbar ist. Eine äußerst vernünftige Regelung, die Verantwortung dort belässt, wo sie hingehört. Deshalb wäre eine FSK-14 (eine Idee, die nicht von der FAS stammt und in Kreisen von FSK/SPIO seit langem diskutiert wird) aus meiner Sicht auch weniger sinnvoll, als das Elternprivileg auch auf die FSK 16 auszudehnen. Jugendliche entwickeln sich unterschiedlich, das Elternprivileg erlaubt individuelle Entscheidungen jener, die dafür die größte Kompetenz besitzen (sollten).

          Soweit der Artikel übrigens impliziert (und er impliziert eine Menge ;-) ), dass die Wirtschaftlichkeit der SPIO/FSK von möglichst niedrigen Einstufungen abhängt, trifft das schlicht nicht zu. Ein Film ohne Freigabe ist hierzulande nicht vernünftig auswertbar, insofern unterliegen die Verleiher durchaus dem Zwang zur Überprüfung. Und auch wenn die Filmwirtschaft natürlich in die Entscheidungen involviert ist – so hanebüchen, wie die FAS den Freigabeprozess beschreibt (man reicht eine Stufe niedriger ein, um das gewünschte Resultat zu erhalten) läuft es schlicht und ergreifend nur in den Alpträumern verwirrter Medien-Missionare.

          Ganz anders ist das bei der FBW, der Film- und Medienbewertung. Sie gibt ausdrückliche Empfehlungen und ist finanziell vollkommen abhängig davon, Einreichungen eine gewisse Chance auf ein Prädikat (das sich im Fall von „Besonders wertvoll“ auch bei der Förderung niederschlägt!) einzuräumen. Deren Entscheidungen halte ich zu einem großen Teil für zwar phantasievoll begründet, aber selten ernsthaft nachvollziehbar ;-)

          • Anna schreibt:

            Wow. Ich bedanke mich herzlich für die ausführliche Antwort und gelobe, beim nächsten Mal nicht innerlich über die FSK zu fluchen. ;)

            Mal schauen, wie ich dem Junior erkläre, dass das Elternprivileg eben doch vor FSK und USK steht. Leider sieht er das komplett anders als ich. :razz:

Gesülze / My 2 cents

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s