Forum Vini

Alkohol desinfiziert ja bekanntlich, und so zogen wir los, die lästigen Bazillen zu bekämpfen. Seit Jahren wollten wir schon hin, und da wir trotz Erkältung noch unseren Geschmackssinn hatten, haben wir es heuer endlich mal, wenn auch hustend, zum Forum Vini geschafft. Es hat sich wirklich gelohnt, nach ca. fünf Stunden waren wir glücklich besoffen um einige leckere Weinerfahrungen reicher. Meine Lieblingsrotweine sind ja bisher fast ausschließlich bei den Kaliforniern zu finden, aber dort wurde ich auch von anderen Regionen überzeugt.

Aber von Anfang an: Um einen Überblick zu gewinnen, gingen wir erst in den Teil der Messe, wo preisgekrönte Weine aus aller Welt und aus allen Preisklassen, vom 3 €/Flasche Wein bis hin zum 51€/Flasche-Wein zum Probieren dargeboten wurden.

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Man bekommt ein Heft, in dem alle Weine durchnummeriert sind, und so kann man schon mal eine Vorauswahl treffen. Dieses hier war der wohl teuerste dargebotene Wein für 51€ die Flasche:

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Er hat sehr gut geschmeckt, aber ich finde, nicht 51€- gut. Da gab es andere,  bei denen das Preis-Leistungsverhältnis besser war. Für mich Gern-Rotwein-Trinker, aber nicht wirklich –Kenner (zumindest behaupte ich das mal)  war es sehr interessant, auf diesen Schildern die Inhaltsangaben zu Säure, Zucker etc  und die Grafiken zu sehen. Und zu erleben, daß die Weine dann manchmal ganz anders schmeckten, als man nach den Angaben erwartet hätte. Leider waren von den dort dargebotenen Weinen nicht alle Anbieter auch auf der Messe, aber man konnte bei Bedarf Kärtchen ausfüllen, und wird dann kontaktiert.

Nachdem wir uns durch einige Weine getestet hatten, brauchten wir was zum Essen. Der Zwiebelkuchen mit Sauerrahm war eine gute Grundlage, bzw. “Zwischenlage”.

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Und dann ging’s zu den Ständen der Winzer. Natürlich nicht zu allen, dann wären wir wohl nicht unter 250 Promille dort lebendig wieder raus gekommen, aber doch zu einigen.

Die war der z.B. Chilene, der uns am besten geschmeckt hat:

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Wir hätten auch was gekauft, aber leider hatten sie den nicht mehr da. Genauso wie den Libanesen (!) der uns sehr gut gemundet hat:

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War auch im Libanon heute nicht unser Glückstag. Und wir hätten doch so gerne zur Völkerverständigung beigetragen.

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Hier sieht man auch, daß man wirklich nur immer kleine Mengen einschenkt – und oftmals das Glas nicht mal dann ganz leer trinkt, sondern den Rest in die extra dafür aufgestellten Behälter entleert. Schade eigentlich, aber anders geht’s nicht. Man wäre sonst wirklich sehr bald unzurechnungsfähig, und würde nebenbei bemerkt auch nicht mehr viel Unterschiede schmecken. Anyway, beim Griechen haben wir dann zugeschlagen.

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Okay. Nicht die alle. Nur etwa die Hälfte davon Zwinkerndes Smiley .

Es folgen einfach noch ein paar Fotoeindrücke.

Im Überblick:

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Schnäpse, Liköre und Grappa gab’s auch. Aber da habe ich mich vornehm zurückgehalten. Ich weiß, wie das sonst geendet hätte…

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Wurst, Speck, Käse und andere Leckereien hatten sie auch:

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Wie schon erwähnt, trinkt man natürlich nie ganze Gläser, und man kann – und sollte – zwischendrin immer wieder mit Wasser (bekommt man an den Ständen auf Wunsch, und einen Adelholzner Wasser- und Saftstand gab’s auch)  durchspülen, schon wegen der Geschmacksnerven. Dann hält man auch ganz gut durch. Zumindest, wenn man keinen Schnaps zwischenrein trinkt, und immer wieder von den kleinen Leckereien, die es an den Ständen auch gibt, nascht.

Und hier noch unsere Beute: Französische Salami (wir erinnern uns, in Paris haben wir uns nicht getraut, die Dinger zu kaufen), Wasabi-Kürbiskerne, griechischer Wein und ein deutscher Spätburgunder Eiswein.

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Leider eine sehr vergängliche Beute, aber es hat sich gelohnt.

Und als wir dann zuhause waren, war tatsächlich auch mein Geschmackssinn weg, und ich hab noch ‘nen Tee getrunken.  Was ein gutes Timing Zwinkerndes Smiley .

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25 Antworten zu Forum Vini

  1. bluhnah schreibt:

    obwohl ich in einer weingegend lebe und aufgewachsen bin:
    wein und sekt schmecken mir leider immer sauer und ergeben sodbrennen – außer eiswein🙂
    (meine kollegin aus dem ossiland macht in wein und sekt grundsätzlich 1 süssli süssstoff *würg*…)

    • chiefjudy schreibt:

      Es gibt Weinsorten, die vertrage ich auch nicht, besonders bei den Weißweinen. Da bekomme ich Megasodbrennen drauf. Das selbe gilt leider für die meisten deutschen Rotweine. Besonders die Pfälzer, Rieslinge etc (da wohnst Du doch, oder?). Die haben gefühlt mehr Säure, als z.B. die eher dunklen Kalifornier, Chilenen etc. Dunklere, schwerere Weine sind zumindest für mich von daher besser verträglich. Aber süß geht mal gar nicht😉 .
      Sekt geht bei mir auch nur in Maßen. Der macht meinen Magen total hinüber, wenn ich nicht aufpasse.

  2. AndiBerlin schreibt:

    Wein…
    Ja ich weine auch manchmal. Meist am Sonntag Morgen, wenn ich feststellen muß das ich wieder nichts im Lotto gewonnen habe, was dann nahtlos bis zum Abend weitergeht, weil ich am Montag wieder zur Arbeit muß.
    Keine Zeit noch was über den bösen Alkohol zu schreiben… ich muß weiter weinen.

    • chiefjudy schreibt:

      Darf ich Dir ein Taschentuch reichen?^^

      Tatsächlich war ich am Ende der Veranstaltung weniger betrunken, als ich befürchtet hatte. Man trinkt wirklich in kleinen Mengen und über einen langen Zeitraum, mit Wasser zwischendurch, das verkraftet man ganz gut. Ich habe auch keine wirklich Besoffenen dort gesehen. Ist auch nicht Sinn und Zweck der Veranstaltung😉

  3. Um solche Veranstaltungen beneide ich den Süden Deutschlands. (womit ich das Land meine, das da rumliegt, wenn ich hinter Hamburg aus’m Elbtunnel komme). Das wäre auch etwas für mich gewesen. Und von gutem Essen versteht man bei euch auch mehr, als hier oben. Eindeutig. Und weshalb du trotzdem immer schlanker wirst, ist mir ein Rätsel. Auch darauf bin ich neidisch.
    Und ich habe sogar noch etwas gelernt: Es gibt Weine, von denen eine Flasche mehr als 3 EUR kostet. Stimmt das wirklich…?
    Zweifelnde Grüße,
    Svenja

    • chiefjudy schreibt:

      Vom Wein versteht man tatsächlich mehr im Süden des Landes, würde ich mal behaupten. Der Norden ist wohl eher die Schnapsgegend. Das mit dem Essen kann ich nicht beurteilen, dazu war ich noch nicht oft und ausführlich genug in Norddeutschland. Ich nehme aber an, daß da der Focus eher auf dem Fisch liegt, oder?

      Das mit dem Schlanksein – daran sind wohl wirklich meine Gene schuld, ich tue nichts besonderes dafür. Manche behaupten allerdings ich sei zu dünn… aber man kann es ja nie allen recht machen😉

      Ich bestätige hiermit, daß es tatsächlich Weine für über 3 Euro gibt. Auch, wenn ich kein Preisschild fotografiert habe. Ich hab’s aber mit eigenen Augen gesehen! :mrgreen:

  4. MiM schreibt:

    Oh ich hasse Sie…. *NEID*

    Ich werde hier gerade grün vor Neid.

  5. Lauffrau schreibt:

    Da wäre ich auch gerne gewesen…hab so etwas noch nie mitgemacht…und das, wo ich doch so gerne Wein trinke!

    Ich glaube, ich muss mich dringend umschauen, wo bei uns etwas in der Art angeboten wird und MANN da hin schleppen – ob er will oder nicht!😉

  6. bluhnah schreibt:

    jep, ich lebe in der pfalz.
    beruhigt mich, dass nicht nur ich mit der säure probleme habe.
    aber seltsam: caipi oder so geht immer😉

  7. vanilleblau schreibt:

    Oh Mann, wieso wusste ich nichts davon? Das ist ja eine Katastrophe! Sieht aus als wärt ihr im Schlaraffenland gewesen🙂

    Ne, echt, ist sicher ein tolles Erlebnis sich durch die Roten kosten zu können. Habt ihr auch einen Penfolds CS in die Klauen bekommen? Oder war Australien nicht vertreten. Zum 51 Euro CS – da gibt es wesentlich bessere um die Hälfte. Behauptet ein ebensolcher Weinliebhaber, aber nicht wirklich ausgebildeter Kenner. Mein persönlicher Geschmack zählt für mich mehr als gewisse päpstliche und mediale Segnungen und Heiligsprechungen🙂

    • MasterChief schreibt:

      D’accord! Der 51-Euro-Wein war OK, konnte sich nach meinem persönlichen Geschmack aber nicht (einmal) mit dem 10-Euro-Fetzer-Zinfandel messen, den wir uns gerne immer mal wieder holen. Allerdings sind die Weine auch frisch aus der Flasche, das verzerrt das Bild ein wenig. Die Griechen haben uns hingegen auf der Stelle fasziniert, sind preislich auch OK.

      In Australien haben wir auch Station gemacht, habe die Namen allerdings nicht mehr parat. Irgendein recht guter Shiraz war jedenfalls dabei, allerdings war auch da das Preis-/Leistungsverhältnis nicht so, dass er uns direkt in die Tasche gehüpft wäre.

      • vanilleblau schreibt:

        Um das Geld gibt es auch von Penfolds bereits einen sehr guten Shiraz/CS mit ausgezeichneter Fülle. Ein Wein den ich immer gerne zuhause habe. Einfach, unkompliziert und äusserst wohlschmeckend. Für ca. 32 Euro kann ich den BIN 389 nur aufs Wärmste empfehlen. Ist definitiv jeden Euro wert. Wie Südaustralien und im speziellen Penfolds überhaupt aussergewöhnliche Rote im Sortiment haben. Mal ausprobieren.

        Ich selbst „teste“ gerade völlig „off the beaten track“ deutsche Pinot Noirs. Echt und ehrlich überrascht von ein paar germanischen Tröpfchen🙂

        • MasterChief schreibt:

          Ich fürchte unter häufigeren Anschaffungen der Preisklasse jenseits von 20 Euro würde unser Games- und Blu-ray-Budget leiden😉

          • chiefjudy schreibt:

            Ach, probieren können wir’s ja mal. Wäre allerdings dann tatsächlich kein „Alltagswein“😉

            Zum deutschen Wein fällt mir ein: In einem unserer früheren Lieblingslokale, das es leider nicht mehr gibt, haben wir immer einen „Dornfelder Merlot“ getrunken. Das war ein lecker Tröpfchen! Und auch aus Deutschland.

          • vanilleblau schreibt:

            Oh, das kam dann falsch rüber. Ich meinte, dass es um die 10 Euro wie von Fetzer auch einen schönen Penfolds CS gibt. Der BIN 389 wird auch hier nur sehr bewusst aufgemacht. Wäre etwas zuviel des Guten für den täglichen Verzehr🙂

  8. cuisiner schreibt:

    Würde mal so sagen: da sollte man 2 Tage zuvor nichts essen, ein Tupper mitnehmen und auf keinen Fall mit dem Auto fahren.😉

  9. spanksen schreibt:

    Ihr könnt uns gerne nächstes Jahr auch mal zum Winzerfest auf Sylt besuchen kommen😉

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