EU-Wahnsinn.

Es gehen mal wieder die Controller um. Allerdings diesmal nicht in Klopapiermission, nein, dieses Mal sind es EU (!) Wirtschaftsprüfer. Für irgendwelche EU-Projekte wird bei uns in der Arbeit nun Papier umgegraben. Muß ja alles seine Ordnung haben, weshalb die Herren auch gleich mal einen Buchungsnachweis von 2009 sehen wollten. Und zwar, und jetzt kommt’s, Achtung, aufgepaßt, über eine Buchung mit dem sagenhaften Betrag von……………………………

–>2,35€<—.

Wir setzen ja nur mehrere Millionen pro Jahr um, aber egal, denn es ist ganz wichtig, dass klar ist, dass sich auch wirklich niemand von genau diesen –>2,35€<– vielleicht 40 Cent auf die eigene Kappe gebucht, und damit sagen wir mal, so richtig Orgien gefeiert hat. Und es ist deshalb auch nicht ausreichend, wenn man den Buchungsnachweis aus dem Computer vorzeigt, nein, es mus die ORIGINALRECHNUNG SEIN! Ich sag jetzt nichts zu den Kosten der Arbeitszeit, die für diesen Scheißdreck draufgegangen sind, aber mal im Ernst:

In Griechenland versacken die Milliarden, andere Staaten stehen wohl auch bald an, und bei uns machen die EU-Wirtschaftsprüfer wegen sagenhaften  –>2,35€<– ein Faß auf.

Da muß es einen doch nicht mehr wundern, wenn die EU schön langsam verreckt.

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25 Antworten zu EU-Wahnsinn.

  1. frauzwoelfe schreibt:

    Jepp, elende Korithenkackerei!

  2. Sven schreibt:

    Naja, so ist das nun einmal. Die Bürokratie ist eben nicht nur in Deutschland übertrieben, sondern eben in der ganzen EU😉

  3. Jo mei, 1,30 € sind immerhin ein Grund für ne fristlose Kündigung.

    Steuerhinterziehung im großen Maßstab hat allerdings Null Auswirkung.

    Also, mal nur so für’s Verständnis die Relationen dieser Geldbeträge.

    In der EU muß schließlich alles seine Ordnung haben – sogar die Krümmung der Gurken ist gesetzlich geregelt (allerdings ist mit „Gurken“ dieses Gemüse für Salate gemeint und nicht die EU-Fuzzies – letztere dürfen nämlich beliebig gekrümmt durch die Gegend eiern).

  4. vanilleblau schreibt:

    Eigentlich kann man dazu gar nichts sagen was nicht eine Klage nach sich ziehen würde. Aber trotzdem: Ich wünsche jedem einzelnen dieser Gangsterbande, dass er irgendwann in seiner eigenen Scheisse erstickt. Aber langsam, damit er auch so richtig was davon hat. Alles Arschlöcher. Tschuldigung! Aber was diese völlig abgehobenen Fach-Idioten aufführen geht ja wirklich auf keine Kuhhaut mehr und ist bereits eine so offensichtliche Verarschung, dass sogar schon der Dümmste kapiert was los ist.

  5. schoggistaengel schreibt:

    Ich weiss, ich mach mich damit unbeliebt; aber trotzdem: Sowas nennt sich Stichprobe.

    Darf ich annehmen, dass es nicht der einzige Beleg im Original war, den Ihre Prüfer sehen wollten?

    Wenn viele kleine Beträge verbucht sind, kann ich mir bei einer Prüfung schon vorstellen, dass ich einen dieser Kleinbeträge mal sehen will; dabei geht es vielleicht auch mehr darum, das sogenannte IKS, die Ablage, usw. zu prüfen. Und wenn alles seine Ordnung hat, liegt der Beleg ja vor und alle sind glücklich. Der Arbeitsaufwand wäre ja identisch, wenn es ein Beleg über 10’000 Euro wäre, oder nicht?

    Was ich damit sagen will: Tönt wie Korinthenkackerei, ist es aber nicht zwangsläufig (wobei ich mich nicht festlegen will, da ich natürlich nicht die ganze Sachlage in allen Ihren Feinheiten kenne.

    Nur, um vielleicht auch mal die andere Seite zu durchleuchten.

    • ChiefJudy schreibt:

      Im Prinzip verstehe ich ja, dass kontrolliert werden muß. Ganz ohne Kontrollen geht’s ja dann auch nicht, keine Frage.
      Aber um zu begreifen, was für ein unheimlicher Schwachsinn dieser Aufwand wegen –>2,35€<– ist, müßte man tatsächlich die Hintergründe unserer Arbeit und der Summen, um die es bei uns eigentlich geht kennen, das gebe ich auch zu.
      Ich glaube, dann würde es auffallen, was für ein Witz dieser Betrag bei uns ist. Und wie unheimlich unwichtig. Und zwar egal, ob die Originalrechnung auf Papier noch da war oder nicht.

      • schoggistaengel schreibt:

        Ich bezweifle allerdings, dass es demjenigen darum ging, dass er prüfen wollte, ob diese Summe nicht hinterschlagen würde. DAS wäre tatsächlich lächerlich.

        Deshalb meine ich; wahrscheinlich ging es viel eher um eine Prüfung der internen Abläufe, und ob die korrekt eingehalten werden. Das muss man heutzutage auch überprüfen (und nicht nur in der EU).

        Es kann natürlich sein, dass es geschickt gewesen wäre, einen anderen Beleg auszusuchen. Psychologisch ungeschickt.

  6. Lauffrau schreibt:

    Ich kann gut verstehen, dass man sich bei dem kleinen Betrag an den Kopf fasst – gerade wenn man bedenkt, wieviel Zeit bei der Suche drauf geht – auch wenn derjenige seinen Job wahrscheinlich nur gründlich machen wollte😉

    • ChiefJudy schreibt:

      Dann soll er nach den tatsächlichen dicken Buchungen gucken. Da würde es sich – rein theoretisch – ja auch „lohnen“ mal was abzuzweigen. Aber bei sowas…? LOL

  7. Techi schreibt:

    Gerade weil angeblich soviele Millionen umgesetzt werden und gerade weil dies gerade im Gesundheitswesen getan wird, halte ich Überprüfungen für absolut unabdinglich.
    Ohne irgendwelche Hintergründe zu dieser Überprüfung zu kennen, hat es keinerlei sittlichen oder sonstigen Nährwert sich darüber aufzuregen. Die Vergangenheit hat gerade in unserem Gesundheitssystem deutlich gezeigt, daß Kontrollen leider absolut notwendig sind.

    • ChiefJudy schreibt:

      Ob es in diesem Fall „Nährwert“ hat oder nicht, mußt Du schon mir überlassen. Oder gleich den Weight Watchers. Denn wie Du schon selbst sagst – die Hintergründe kennst Du nicht, und ich will sie aus naheliegenden Gründen hier auch nicht näher beleuchten.

  8. Techi schreibt:

    Vergessen anzumerken, auch im Gesundheitssystem versacken Millionen. Vor allem auch Millionen der Krankassenzahler, das sollte man nicht bagatellisieren!!!

  9. vanilleblau schreibt:

    Grade gecheckt, dass man hier jetzt 2 Cents einwerfen muss wenn man kommentieren will. Kannst Du auf einen Buck rausgeben?🙂

  10. lebenssonde schreibt:

    Na ist doch ganz einfach: Findet man ein kleines Fehler vor mehreren Jahren, kommt darauf die Strafe, Verzinsung und und und. Und hinten kommt eine ganz schön stattliche Summe raus. Und gerad ebei kleinen Sachen hat man mehr Chancen wat zu finden. Oder vielleicht wollen die Prüfer einfach nur Bares. Haben wir auch schon erlebt

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