(Re)Boot in Batman‘s Ass

Puh, wie fange ich an…? Damit, wie sehr eine überschaubare Erwartungshaltung die positive Überraschung amplifiziert? Lieber mit einem Exkurs zu den Pros und Contras von 3D – und im speziellen zu den Meriten sauberer Postkonvertierung? Oder doch besser mit einer Grundsatzdiskussion über die Notwendigkeit eines Reboots – gerade einmal sieben Jahre nach einem Reboot, das – ganz ehrlich – sooo schlecht doch gar nicht war…?

Ach, sagen wir’s doch ganz einfach so: „Sucker Punch“ ist Geschichte. Vergeben und vergessen. Naja, fast vergessen. In Form seiner umwerfenden Trailer hat dieses train wreck wohl durchaus eine Existenzberechtigung😉 Wie dem auch sei, Zack Snyder hat mir jüngst eine Kinoerfahrung beschert, bei der meiner Kinnlade mehr als einmal Bodenkontakt drohte. Popcorn-Kino to the max. Und ich meine das absolut positiv. Platter Spaß, der mit dem ambitionierten, aber gnadenlos gescheiterten „The Dark Knight Rises“ den Boden aufwischt. Und ihn anschließend poliert.

„Man of Steel“ ist beinahe schon zu viel des Guten. Ein Non-Stop-Effektgewitter, dass die destruktiven Höhepunkte von Blockbustern wie „The Avengers“ oder „Transformers 3“ auf knapp zweieinhalb Stunden ausdehnt. Der Film kommt allenfalls minutenweise zur Ruhe, spielt in diesen kurzen Sequenzen aber die Stärken seiner hervorragenden Nebendarsteller voll aus. Dabei ist der Ansatz, Supis Jugend über bunt verteilte Flashbacks zu erzählen, nicht nur Mittel zum Dauerbefeuerungs-Zweck. Schlüsselereignisse sind wunderbar in die Erzählstruktur integriert, erfüllen ihre Funktion zur richtigen Zeit – und machen den Charakter glaubhafter, als dies vorherigen Leinwandadaptionen gelang.

Eigentlich sitzt „Man of Steel“ ja ein wenig unbequem zwischen den Stühlen. Bierernst aber doch irgendwie lächerlich. Weder der Anspruch eines „The Dark Knight“, noch der Spaßfaktor eines „Iron Man 3“. Ohne Zweifel wird es dem Einen  oder Anderen schwerfallen, die etwas kruden Jesus-Parallelen und einen (lediglich gefühlten!) US-Patriotismus zu goutieren. Und tatsächlich störe auch ich mich relativ massiv am Fehlen jeglicher Gravitas angesichts der „Komplettsanierung“ weiter Teile von Metropolis. Das soll aber nicht heißen, dass „Man of Steel“ nicht streckenweise ziemlich clever wäre – gerade was den Bruch mit einer wesentlichen Konvention im Verhältnis Kent/Lane angeht…😉

Wie auch immer – wer hier mit einem Kinobesuch liebäugelt, für den dürften eher die visuellen Reize ausschlaggebend  sein. Und hier punktet „Man of Steel“ von der ersten bis zur letzten Sekunde. Kaum eine Einstellung, die nicht haarscharf am optischen Overkill vorbeischrammt – auch und gerade weil das 3D endlich (ENDLICH!) einmal wieder echten Mehrwert darstellt.

„Welcome to the Planet“ heißt es am Ende. Und besser könnte dieser Satz – auch jenseits seiner Doppeldeutigkeit – kaum gewählt sein. Welcome indeed! You rock!

Ach ja – man sieht im Film Superman‘s bestes Stück. Ehrlich. Falls das die Ladies überzeugt😉

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14 Antworten zu (Re)Boot in Batman‘s Ass

  1. mendweg schreibt:

    Sehr geehrter Herr Chief,
    herzlichen Dank – ich habe diesen Beitrag wirklich genossen und werde wohl die Tage das auch Ihnen bestens bekannte Lichtspielhaus in Türkheim aufsuchen. Bis zur nächsten US-Reise dauert es leider noch etwas und dann lieber jetzt und in Deutsch.

    Frage and den Experten – wie sehen Sie die mittelfristige Zukunft für Heimcineasten? Irgendwann lässt sich eine massive technische Aufrüstung doch gar nicht mehr umgehen, oder?

    • Applejünger schreibt:

      In den guten Ton kannst – und solltest du – definitiv schon ordentlich investieren.* Bei der Anschaffung eines HD-TVs wäre ich im Moment noch zurückhaltend.

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      *Kennst du Nubert? Kann ich dir wärmstens empfehlen. Den Subwoofer habe ich „akustische Abrissbirne“ genannt, weil z.B. die Druckwelle der Autoexplosion in „Dark Knight“ körperlich zu spüren ist und man das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommt. (Musst du mal erlebt haben, du glaubst es nicht.)😀
      Ausserdem kannst du die Lautsprecher einen Monat Probehören und bei Nichtgefallen wieder zurück senden.
      [/werbung]

  2. MasterChief schreibt:

    Kommt ganz drauf an, was Sie unter „massiver Aufrüstung“ verstehen. Einen Blu-ray-Player halte ich für ebenso selbstverständlich wie einen HD-Fernseher. Soweit man Originalfassungen bevorzugt, kommt man meiner Meinung nach um eine Surroundanlage (und wir sind nach wie vor mit einer höchst Günstigen glücklich) nicht herum – die effektlastige Abmischung macht es bei reinem Fernsehton ohne sauberer Trennung des Centers für mich zunehmend unmöglich, englischen Dialogen vernünftig zu folgen. Und ich bilde mir ein, dass mein Englisch einigermaßen gut ist… Braucht man unbedingt einen 3D-Fernseher? Gute Frage. Wir selbst nutzen die Funktion höchst selten. Angesichts des überschaubaren Aufpreises kann man, wenn man unbedingt jetzt ein HD-Gerät kaufen will, 3D wohl guten Gewissens dazunehmen. Wenn aber kein dringender Fernseher-Kauf ansteht, würde ich abwarten. Brillenloses 3D steckt zwar noch in den Kinderschuhen und ist aus meiner Sicht längst nicht markttauglich, aber da kann man wohl abwarten. Zumal sich die Auflösungsschraube gerade höher dreht. 4K-TVs haben schon ein sensationell gutes Bild, sind momentan aber noch unbezahlbar und Content gibt es praktisch auch noch keinen.

  3. MasterChief schreibt:

    Nur ein Kommentar? Ich seh schon – gegen Babycontent kommt mein Geschwurbel nicht an🙂

    • ChiefJudy schreibt:

      Ach was. So viele Babykommentare hab ich letzhin ja auch nie bekommen. Das ist generell etwas ruhiger geworden, hier😉 .
      Ich bin echt auf den Film gespannt🙂

  4. Ménard schreibt:

    Ein Glück. Ein Glück… ich habe Bryan Singer die Verstümmelung von 20006 noch immer nicht verziehen. Der verpfuscht jetzt gerade X-Men. Bah…

    • MasterChief schreibt:

      Ach, so schlecht fand‘ ich „Superman Returns“ gar nicht – auch wenn man ihn in keiner Weise mit „Man of Steel“ vergleichen kann. Und nachdem Singer in den famosen „X-Men: First Class“ involviert war, hege ich durchaus Hoffnung für „Days of Future Past“. Schlechter als „X-Men: The Last Stand“ kann er ja kaum werden…

  5. Der Applejünger schreibt:

    Deine Review macht ja schon Lust auf mehr, wenn man sich dann noch den Trailer anschaut… Den Film. Muss. Ich. Sehen.

    Warum eigentlich „Man of Steel“ und nicht mehr „Superman“??

    • MasterChief schreibt:

      Vermutlich auch, weil man relativ klar machen wollte, dass die Franchise wieder bei Null startet. Und „Man of Steel“ ist ja der offizielle Kosename von Superman. Nett übrigens, dass das „S“ auf seiner Brust in „Man of Steel“ gerade nicht als Abkürzung für Superman fungiert – auch wenn es zur Namensgebung führt😉

  6. mendweg schreibt:

    Keine Sorge Herr Chief, da kommt schon noch nach und nach mehr. Vermutlich hat sich aber auch mit dem content etwas die Leserschaft verändert.
    AJ, Nubert kannte ich noch nicht, bin aber auch wegen der Fellnasen im Druckbereich limitiert. Blue-Ray, HD und Surround sind ja state of the art und finden sich unserem bescheidenen Heim. Die Frage die sich mir stellt ist, wie es weitergeht wenn zunehmend nur noch die Filme auf 3D-Effekten aufgebaut werden?
    Eine optimale 3D-Platzierung des Fernsehers im Raum geht in den wenigsten Wohnzimmern und das perfekte Davorsitzen ist auch eingeschränkt. Für Beamer fehlen meist auch die räumlichen Möglichkeiten. Führt der Weg also zur isolierenden 3-D-Fernsehbrille, bei der man es dann nicht mal mehr mitbekommt wenn die Bude brennt, oder der mitguckende Besuch den Kühlschrank leer frisst ?

    • Applejünger schreibt:

      Schade, du verpasst was…😀

      Ich denke, 3D setzt sich im Privatbereich erst durch, wenn auf Brillen verzichtet werden kann. Aber das kommt sicher noch…

    • ChiefJudy schreibt:

      @Mendweg: Logisch hat sich die Leserschaft verändert. Wäre ja anders merkwürdig. War ja auch keine Klage😉

      Ich bin von der 3D-Brille am Fernseher auch nicht so begeistert. Allerdings funktioniert es super. Finde ich. Auch wenn ich’s irgendwie ungemütlich finde.

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