Elternzeit. Almost done.

Eigentlich hatte ich ja zwei Jahre Elternzeit genommen, was so viel heißt wie, ich wäre normalerweise  noch bis Ende Juni zuhause. Wir erinnern uns, der BabyChief ist am 22.06. geboren. Allerdings haben wir ja seit 01.01. einen Kitaplatz, und das ist nochmal ein monatlicher Betrag, den wir stemmen müssen (nein, “unsere” Kita staffelt das nicht einkommensabhängig, da müssen alle gleich bezahlen). Von daher war ich dann doch froh, dass mein Einstieg ab März klappte. Auch wenn ich dem jetzt mit sehr gemischten Gefühlen entgegensehe, denn im Ganzen gesehen war die Zeit zuhause einfach super.

Klar, es gab die Momente, in denen ich das Gefühl hatte, mir fällt die Decke auf den Kopf, aber das hatte im Nachhinein gesehen weniger mit der Ankunft des Beberichs und dem Pausieren von der Arbeit als mit dem Umzug zu tun. Ich musste mich echt erst an die ländliche Umgebung hier gewöhnen. Immerhin habe ich davor 10 Jahre mitten in München gewohnt, und auch davor eher immer städtisch. Das hat mich ehrlichgesagt mehr weggehauen als die Tatsache, dass ich auf einmal ein Baby hatte und nicht mehr arbeiten ging. Das mag für einige frischgebackene Mütter jetzt komisch klingen, ist aber so. Überhaupt hat mir die Mutterrolle und die damit einhergehende Verantwortung nie wirklich irgendwie Angst gemacht oder Respekt eingeflößt, das lief ehrlichgesagt alles sehr gut und entspannt. Wie wenn es nichts Natürlicheres geben würde – was es ja meiner Meinung nach auch ist. Allerdings habe ich mich auch von zu vielen Ratgebern, Tipps und Belaberungen fern gehalten, was im Nachhinein wohl genau richtig war/ist. Bauchgefühl rocks. Das aber nur am Rande.

Auch bin ich von Haus aus ein Typ, der sehr gut mit sich alleine sein kann, ich bin gar nicht so sehr das Herdentier, habe mich also bis auf ein paar Ausnahmen eigentlich nie einsam gefühlt. Wir erinnern uns, ich habe praktisch keine Freundinnen mit kleinen Kindern hier in der Nähe. Die, die ich habe arbeiten also alle, oder wohnen so oder so weit(er) weg. Da geht nix zusammen außer chatten/telefonieren/whats app/whatever. Die Gefahr bestand also durchaus, aber nö.

Leider habe ich dann auch nicht so viele andere Mütter mit Kindern in ähnlichem Alter kennengelernt. Da hatte ich mir nämlich trotzdem ein wenig Änderung erhofft. Aus dem GVK war mir eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter geblieben, mit der ich Anfangs auch im Babyschwimmen war, aber sie hat das bald aufgegeben (wieso auch immer), wir haben uns dann noch einmal getroffen, und dann verlief das ganze letzten Sommer leider im Sande. Irgendwas ist ihr immer dazwischen gekommen, und außerdem war mal wieder ich diejenige, die alles hätte anleiern müssen, und darauf hab ich mittlerweile so gar keinen Bock mehr. Dann halt nicht. Vielleicht ergibt sich ja mit den “Mitkitaeltern” was, wenn der BabyChief Freunde findet. We’ll see. Und wenn nicht, dann halt nicht. Auch gut.

Übers Bloggen/Twittern hab ich natürlich ein paar liebe Mütter kennengelernt – ich sag nur “Sommerbabyclub 2012” Zwinkerndes Smiley – aber leider sind die ja alle soweit weg, dass da im RL eben auch nichts zusammengehen konnte. Scheint irgendwie mein Schicksal zu sein, dieses Long-Distance-Ding. Nunja… irgendwas ist halt immer.

Ich habe es sehr sehr genossen, mir meine Zeit – natürlich mit Rücksicht auf den BabyChief – frei einteilen zu können, und nicht arbeitstechnisch gebunden zu sein. Das finde ich überhaupt eins der größten Luxusdinge, die man haben kann. Freieinteilbare Zeit. Ich werde es SEHR vermissen! Wenn die Kohle nicht wäre, dann hätte ich mir durchaus vorstellen können, noch ein drittes Jahr zuhause zu bleiben. Muss ich ganz ernsthaft zugeben, nennt mich ruhig Heimchen hinterm Herd. Aber ich fand es schön, soviel Zeit für den kleinen BabyChief zu haben – und für alles andere. Ohne Durchorganisieren, Druck und Hektik.

Ich hoffe jetzt sehr, dass ich mir nur wieder zu viele Gedanken um Organisation und Stress etc mache, und dass alles dann doch gut anläuft.

Und jetzt genieße ich noch die letzten drei Wochen zuhause mit einem Kitakind und freien Vormittagen.

(Und zwei Zahnarztterminen. Uah!)

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14 Antworten zu Elternzeit. Almost done.

  1. Bluhnah schreibt:

    Wie doch die Zeit vergeht!
    Willst du etwa wieder voll arbeiten?

    • ChiefJudy schreibt:

      Die Zeit…. RAST!
      Nein, aber ich werde 30 Stunden/Woche arbeiten. Wenn man die Kitakosten + Essensgeld und die Kosten für das S-Bahn-Monatsabo zusammenrechnet, dann lohnen sich weniger Stunden nicht, da zahlt man dann am Ende noch drauf. Naja, nicht ganz, aber es geht in die Richtung. Da kann man’s dann auch gleich lassen.

  2. Miss Fairytalez schreibt:

    Ja, Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Ich arbeite ja wieder seit die Maus drei Monate alt war, aber eben nur stundenweise und mittlerweile habe ich auch ziemlich aufgestockt und merke wie schwierig es ist, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich wünsche dir, dass du die letzten freien Wochen trotz Zahnarzt genießen kannst und dass dir der Einstieg nicht so schwer fällt. Echt schade, dass wir so weit auseinander wohnen. Alles Gute :-*

  3. juniwelt schreibt:

    Hallo, ich bin ziemlich sicher, dass Du den Wiedereinstieg und die damit verbundenen Änderungen gut unter einen Hut bekommen wirst. Genieß die letzten Wochen nochmal in vollen Zügen, liebe Grüße

  4. Netzgefluester schreibt:

    puuuhhhh…. ich hab glaub ich 3 jahre gehabt nach den geburten, aber bin nach 2 oder 3 monaten schon „unter der hand“ wieder arbeiten gegangen beim arbeitgeber. so konnte ich mir sicher sein, dass ich auf dem laufenden bleibe und nicht nach 3 jahren komme und mich kein schwein mehr kennt. das mal nur nebenbei. ich musste auch raus aus dem haus, auch wenn ich meine kleinen echt damals geliebt habe (und es heute noch tue, nur, dass sie zwei köpfe größer als ich sind), manchmal gingen sie mir einfach auf den senkel und ich musste raus. bekannte hatten wir viele mit kindern, so dass wir wochenends meist zusammen hockten. nach der trennung waren die freunde und bekannten aber alle weg. mit den kindergarten/schulmamis konnt ich nix anfangen. oder die mit mir nicht… war schwierig… ich wünsche dir nen tollen start und dass ihr das gut gewuppt bekommt!🙂

    • ChiefJudy schreibt:

      Ich stand in den letzten 1,5 Jahren immer in Kontakt mit meinen Chefs/Kollegen, von daher bestand bei mir die Gefahr gar nicht, dass mich niemand mehr kennt.

      Es ist schon richtig, ich bin auch heilfroh, dass der Kleine jetzt nen halben Tag in die Kita geht, es war richtig anstrengend, seit er so mobil ist etc. Von daher verstehe ich, was Du meinst. Ich muss mich auch ein bißchen korrigieren. Ich würde es wahrscheinlich kein Jahr mehr zuhause aushalten, wenn der Beberich auch ganztags daheim wäre. Ich KANN gar nicht so das Program machen, dass er ausgelastet ist. Das machen die in der Kita schon super. Ich würd wohl durchdrehen. Aber so wie jetzt… mit nem halben freien Tag. Herrlich😆

      Ist schon fies, wenn nach ner Trennung auch alle Freunde weg sind, oder? War bei mir nach der Scheidung zum Glück nur mit einem Teil so, aber die waren auch von einem Tag auf den anderen verschwunden. Zum Glück ohne Kind, dass dann unter dem Verlust seiner Freunde auch noch leidet…

      Mal sehen, ob unter den Kita- oder Schulmamis welche auf meiner Wellenlänge sind. Ich befürchte aber, es könnte mir da ähnlich gehen, wie Dir.

      Danke für die guten Wünsche, ich denke schon, dass das wird. Ist halt wieder ne Umstellung😉

  5. Eva schreibt:

    Danke für diese positive Beschreibung und die Fürsprache, gerne mit dem Kind zu Hause geblieben zu sein und…dass Du es Dir auch durchaus noch länger vorstellen könntest😉
    Ich werde und wurde oft schräg angesehen, wenn ich sage, dass ich 9 Jahre Elternzeit zu Hause verbracht habe (altes Gesetz, ohne Elterngeld). Ich fand’s gut, besonders in der Hinsicht auf die Trennung vor 1,5 Jahren. Und jetzt….bin ich total froh drüber, ab Montag wieder arbeiten zu gehen!! Ich kann mir im Nachhinein gar nicht mehr vorstellen, 10 Jahre nicht gearbeitet zu haben BOOA EY !!😀
    Alles gute weiterhin,
    LG Eva

    • ChiefJudy schreibt:

      Huhu!
      Ach, ich finde das ehrlichgesagt doof, wenn jemand schief angeguckt wird, nur weil er was so oder so macht. Muss doch jeder für sich selbst entscheiden. Aber ich bin tatsächlich eine der wenigen aus meinen Kollegium, die länger als nur ein Jahr ausgesetzt hat. Das scheint wirklich „out“ zu sein, dass man länger zuhause bleibt. Ich frag mich ja ein bißchen, warum. Am Finanziellen alleine kann es doch gar nicht liegen, vor ein paar Jahren waren doch auch nicht alle „reicher“ als heute, oder? Zumal ohne Elterngeld… Aber ich hab echt nicht das Gefühl, was verpasst zu haben im Job. Im Gegenteil – war ne willkommene Auszeit.

      Wie war das denn mit der alten Regelung? Hat man da überhaupt Geld bekommen? Wie lange konnte man zuhause bleiben? Ich weiß das gar nicht, da es damals ja nicht wichtig für mich war.

      Ich wünsch Dir auch nen guten Start am Montag, wir packen das beide🙂

      • Eva schreibt:

        Danke, ich fange ja völlig neu an….hui….aufregend, aber schön.
        „Früher“ bekam man ebenfalls bis zu 3 Jahre Elternzeit, aber unbezahlt. Wenn man ganz wenig Jahreseinkommen hatte (lächerliche ca 27TS /Jahr ca), bekam man das sogg. Erziehungsgeld, die ersten 6 Monate auf jeden Fall (ich glaube das waren ca 600DM die 1. 6 Monate ab Geburt), danach konnte man wählen zwischen 300DM/Monat ein weiteres Jahr oder 6Monate 600DM. Oder so. Natürlich hatte kaum niemand diese extrem niedrige Bemessungsgrenze. Beim1. Kind konnten wir das noch hinbekommen aufgrund der Selbständigkeit des Exmannes, aber bei Kind 2 und 3 waren die Einkünfte „zu hoch“. Kind 3 wurde übrigens am 1.11.2006 geboren, 2 Monate später kam das neue Gesetz mit Elterngeld. Da hätteich ja wenigstens einen Mindestsatz bekommen, obwohl ich zu Hause war.
        -So what, wir haben sie auch so groß bekommen, und ich habe das schon immer so gesehen, dass jeder es so händeln soll, wie er das als Familie machen möchte. Zur Zeit habe ich das Gefühl, das Pendel schlägtsehr extrem in die andere Richtung aus, aber danach wird es sich sicher einpendeln….
        LG Eva

        • ChiefJudy schreibt:

          Ah okay. Aber dann war es doch eigentlich finanziell noch schwerer zuhause zu bleiben als heute – und doch haben es „früher“ mehr Mütter und länger getan. Für mich auch ein Beweis, dass das nicht unbedingt finanzielle Gründe hat, sondern auch ne Art Zeitgeist ist. Oder wie auch immer man’s nennen will. Ich hoffe, es pendelt sich noch ein, denn ich finde es ehrlichgesagt nicht gut, dass das gerade so in die andere Richtung geht. Ich meine, soll jeder machen wie er will, aber ich will nicht schief angeschaut werden, nur weil ich nicht nach ein paar Monaten schon wieder arbeiten gehe (wenn ich es nicht muss). Dieser „Druck“ muss nun wirklich auch nicht sein.

          Lg🙂

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