Zeit.

In letzter Zeit habe ich bemerkt, wie ich immer gestresster werde. Es hat nach dem Urlaub genau eine Woche gedauert, bis ich wieder so gestresst war, wie kurz davor. Der Tinnitus kam wieder und ich habe mich überhaupt nicht mehr erholt gefühlt.

Ich habe bemerkt, wie ich dem BabyChief gegenüber immer ungeduldiger werde (auch schon vor dem Urlaub), weil ich eigentlich so viel zu erledigen hätte, aber einfach nicht dazu komme, mit nur ca. 30 Minuten täglich Freiraum nach der Arbeit ohne Kind. Auch hatte ich desöfteren schon ein schlechtes Gewissen, weil ich ihn um 15.30 Uhr aus dem schönsten Spielen in der Kita rausreißen musste, nur um ihn dann zuhause zu „parken“, während ich putze, Buchhalte, aufräume, eben Haushalte. Weil – IRGENDWANN MUSS DAS HALT.

Arzttermine für mich? Überhaupt irgendwelche Termine? Fehlanzeige, entweder nehme ich den Kleinen mit und habe Stress, oder ich kann das nur erledigen, wenn die Schwiegereltern da sind.

Einfach mal relaxen, in Ruhe joggen gehen, nach nem stressigen Arbeitstag ne Stunde die Füße hochlegen? Ging nicht. War zu knapp getaktet alles. Ich wollte den BabyChief ja auch gar nicht länger in der Kita lassen.

Geht aber nicht mehr, sonst hab ich spätestens in nem Jahr nen Tinnitus mit Herzinfarkt und Schlaganfall. Vielleicht hab ich auch zu hohe Ansprüche an mich selbst, who knows, aber ich will einfach nen ordentlichen Haushalt haben, ich muss die Finanzen in Ordnung halten, ich will nicht, dass die Ablage ein halbes Jahr ausgebreitet im Arbeitszimmer liegt, bis ich sie wegkriege – oder der Beberich sie abräumt😆 – und ich muss auch mal zum Arzt. Und abends, wenn der MasterChief da ist und der Kleine schläft, fange ich sicher nicht mehr zum Putzen etc an.

Mit nem Säugling und nem relativ immobilen Kleinkind ging das alles noch sehr gut (wir erinnern uns, der Kerl war sehr pflegeleicht) , aber mittlwerweile will der kleine Diktator überall „mithelfen“, alles mitgucken, kommentieren, teilnehmen. Das ist auch megasüß und toll, aber macht mich höchst ineffizient.

Daher haben wir die Kitazeiten hochgeschraubt, so daß ich ab Oktober Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nun die Möglichkeit habe, ihn bis 17.00 Uhr dort zu lassen. Das schafft mir zwei Stunden an diesen Tagen, die ich effektiv nutzen kann. Zur Not auch mal zum Überstunden aufbauen oder Minusstunden nacharbeiten, denn die S-Bahn kommt ja auch nicht immer so pünktlich morgens… Ist immernoch günstiger als ne Putzfrau oder ein Nervenzusammenbruch.

Ich will das eigentlich nicht und werde die ersten Male wahrscheinlich ein furchtbar schlechtes Gewissen haben, wenn ich den kleinen Kerl erst spät abhole😦, aber irgendwas ist halt immer. Andererseits, wie schon oben erwähnt –  es ist für ihn sicher schöner dort mit anderen Kindern zu spielen, als mir hier beim Putzen inklusive Fluchen zuzugucken.

 

 

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26 Antworten zu Zeit.

  1. sweetkoffie schreibt:

    Das gefällt mir nicht !!!
    Pass gut auf dich auf
    LG sk

    • ChiefJudy schreibt:

      Mir auch nicht, deswegen ja die „Gegenmaßnahme“. Ich hoffe, es nützt was. Bin aber zuversichtlich. Und ich glaube, wenn ich auf die Art mehr erledigt bekomme – und auch mal Zeit für mich exklusiv zum Entspannen – dann kann ich mich auch wieder besser dem BabyChief widmen, ohne dass ich immer im Hinterkopf habe, was noch alles erledigt werden müsste und deshalb ungeduldig werde.

      • sweetkoffie schreibt:

        Meine Tochter ist in einer ähnlichen Situation. Berufstätig, 2,5-jähriges Kind, Mann etc.
        Sie hat sich entschieden eine Putzfrau zu nehmen, weil der Samstag immer mit Hausputz, Wäsche und Garten gefüllt war.
        Jetzt, sagt sie, ist ein grosser Druck von ihr genommen und sie freut sich über das „freie“ Wochenende.
        Versuche dir deine Nischen zu schaffen.

  2. Daywalker schreibt:

    Ich erinnere mich, das wir, nachdem der ‚Kleine‘ aus der Klinik raus war, zuhause sassen und nur darauf warteten, dass er einen Mucks machen würde. Ich erinnere mich wie gestresst sich seine Mutter während der, damals knapp bemessenen, Erziehungszeit gegeben hat und ich erinnere mich, dass es stressig war, wenn wir nach der Arbeit bei den damaligen Schwiegereltern vorbei fuhren, um ihn anzuholen und an seine Energie zuhause, die uns gelegentlich höchst strapaziert hat. Ich erinnere mich an seinen ersten Schultag, an meinen ersten koflikt mit seiner Klassenlehrerin, wie er sich gegen mich entscheiden musste als die Ehe am Ende war und ich erinnere mich wie ich nachts mit ihm in der Garage seiner Mutter und seines Stiefvater gesessen und frierend Shisha geraucht habe, weil wir da supercool waren – und an so vieles mehr – will sagen Chief: Du wirst Dich später nicht daran erinnern, dass der Kleine bis 17 Uhr in der Kita war – also einfach ein klein wenig zurückschalten, kurz anhalten und neu anfahren – fertig!

  3. spanksen schreibt:

    Mensch, passt gut auf dich auf. Hört sich vielleicht doof an, aber setzt dich nicht zu sehr unter Druck, bald kommt die Zeit wo sich das alles wieder reguliert wenn der kleine ein wenig Älter wird. Stay strong😉

  4. Christian schreibt:

    Tinitus: geh mal zu einem guten zahnarzt. Bei mir war es damals ein verspannter Kiefer. Nach ein paar Tagen Kauübungen war das dann weg….

  5. McMaren schreibt:

    Da brauchst du kein schlechtes Gewissen haben. Der Plan ist super!

  6. Miss Fairytalez schreibt:

    Ich kann das auch sehr gut nachvollziehen. Bei uns klappt es auch nicht immer, das Fairykind früh aus der Kita abzuholen und in den meisten Fällen würde sie eh gern noch bleiben wenn ich sie abhole. Von daher mache ich mir da auch weniger Stress. Machmal hole ich sie um drei, machmal erst um fünf, je nach Tagesplan. Und eine Putzfrau einmal die Woche zwei Stunden, die wenigstens mal ordentlich die Bäder sauber macht und den Boden wischt ist Gold wert. Das Geld investiere ich lieber als mich vier Stunden zusätzlich zu allem mit Putzkram abzuplagen.
    Alles Gute!

  7. Bluhnah schreibt:

    Guter Plan, mit dem der BabyChief bestimmt gut leben kann🙂
    (Eine fremde Putzfrau käme für mich auch nicht in Frage.)

    • ChiefJudy schreibt:

      Bei dem Gedanken, dass jemand Fremdes in meiner Abwesenheit durch mein Haus turnt, ist mir tatsächlich nicht sehr wohl. Wäre vielleicht anders, wenn ich Freunde/Bekannte hätte, die mir wen empfehlen könnten mit dem sie zufrieden sind, aber in meiner Umgebung hat keiner sowas.
      Und die anderen wohnen zu weit weg, deren Perlen könnten nicht einfach so bei uns vorbeikommen…;-)

  8. ednong schreibt:

    Oh, das klingt aber bedenklich (also der Tinnitus). Sie brauchen Zeit für sich – also schaffen Sie sich den Platz. Der muß sein, der sollte sein – und es sollte Ihrer sein!

    Wenn Sie den Kleinen länger weggeben – was soll daran falsch sein? Er wird sich in der Kita erfreuen. Und Sie haben etwas (wenig) Zeit für sich. Bauen Sie die nicht gleich wieder ganz zu, lassen Sie sich ein wenig Raum.

    Und nehmen Sie Dienstleister in Anspruch, wenn Sie zuviel Arbeit haben. Der Dienstleister freut sich, weil er einen Job hat – und Sie haben gegen ein gewisses Entgelt mehr Zeit. Für sich.

    Und WTF buchhalten Sie? Doch jetzt aber nicht das Haushaltsgeld, oder?

    • ChiefJudy schreibt:

      Oh nein, ich habe nicht vor, die gewonnene Zeit gleich wieder komplett mit Arbeit auszufüllen. Es sind ja dann drei Nachmittage, und da ist schon geplant, dass ich mindestens an einem was nur für mich tue. Und sei es einfach in Ruhe ne Runde joggen, oder im Winter ungestört in die heiße Badewanne legen. Das wird schon🙂

      Ich glaub schon auch, dass der Kleine gerne in der Kita bleiben wird, ich hatte es ja schon anklingen lassen, dass er dort viel Spaß hat und manchmal eh eher schwer wegzubekommen ist. Das ist wohl eher so ein „Mutterschlechtesgewissendings“. Was ich eigentlich bisher von mir nicht kannte, aber man überrascht sich selbst ja manchmal auch immernoch.

      Momentan ist der Tinnitus zum Glück wieder praktisch weg, aber ich bleibe wachsam. Und wenn es GAR NICHT anders geht, dann nehm ich mir natürlich Hilfe, allerdings siehe meine Antwort auf Bluhnah. Aber klar, bevor ich umkippe…

      Buchhaltung – naja, Kontoführung, Einnahmen/Ausgabenplan, Rechnungen bezahlen, Steuern vorbereiten (*hust*)… Sowas halt. Ich dachte eigentlich, das macht jeder?

  9. baldmama schreibt:

    Gute Entscheidung! Den BabyChief wird das nicht stören und euch allen, dir voran, hilft es so viel! Mein Körper hat mir jetzt auch solche Alarmsignale geschenkt. Kieferverspannungen, Bruxismus, Kopfschmerzen und ich hab mich für eine Putzfrau und 2 „freie“ Abende, an denen mein Mann die Kleine nimmt, entschieden, kriege Physiotherapie und mache eine Gesprächstherapie.
    Wir müssen auf uns achten! Von ner kaputten Mama haben weder wir noch die Kinder und der Mann was!

    • ChiefJudy schreibt:

      Ich denke das jetzt schon auch. Und ja – man sollte das glaub ich bei aller Mutterliebe von vornherein planen, so Freizeiten für sich selbst. Ist am Anfang natürlich schwerer, wenn das Baby noch gestillt wird etc😉
      Ich wünsch Dir auch alles Gute und erhol Dich! Es bringt tatsächlich niemandem was, wenn wir Mütter irgendwann „kaputtgespielt“ sind 😉

  10. aurora schreibt:

    Oje…. Ich habe selbst noch keine Kinder, aber ich kann mir sehr gut Vorstellen, was dies für eine Herausforderung ist…. Du solltest dir kein schlechtes Gewissen machen, wegen der längeren Kita Zeiten, das nützt niemandem. Und wenn du irgendwann zusammenklappst, weil alles zuviel ist, ist das glaube ich weitaus schlimmer. Wir müssen halt in der heutigen Zeit immer wieder Kompromisse machen, um alles hinzukriegen. Kannst du dir nicht jemanden organisieren, der die Hilft, im Haushalt, mit den Kindern etc.?

    • ChiefJudy schreibt:

      Ich habe mittlerweile auch kein schlechtes Gewissen mehr, ich merke nämlich, dass das wirklich sein muss. Und der Kleine geht ja gerne hin – und würde auch oftmals gerne noch länger bleiben, wenn ich ihn hole. Von daher…😉
      Hilfe haben wir schon von Zeit zu Zeit, das wird schon🙂

  11. Silvana schreibt:

    Hatte vor Kurzem eine Geschäftsreise mit 12 Einzelflügen innerhalb von 13 Tagen. Der letzte Flug zurück nach Köln hat mich dann umgehauen. Ich habe Ohrensausen gehabt und ein dumpfes Hörempfinden (=Hörsturz).
    Es hat gut 2 Wochen gedauert, bis es sich wieder normalisiert hatte. Diesmal bin ich nicht einmal zum Arzt, weil ich die Hilfe sowieso kenne…wirklich machen können die da scheinbar nichts😦

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